Schwarz-Weiß-Bilder müssen ausdrucksstark und kontrastreich sein, damit sie ihre Wirkung entfalten können. In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen, wie Sie mithilfe der Kanalberechnung in nur wenigen Klicks ein wirkungsvolles Foto in Schwarz-Weiß erzeugen. Zudem vergleichen wir die Ergebnisse der Kanalberechnung und einer einfachen Umwandlung in Graustufen. Denn die kleinen Unterschiede und bestimmte Handgriffe machen bei diesem Effekt deutliche Unterschiede.

Ein Bild in Photoshop in Schwarz-Weiß umzuwandeln klingt vielleicht recht simpel, aber hinter dem Schwarz-Weiß-Effekt steckt deutlich mehr. Auch mit den Farben Schwarz und Weiß lassen sich viele verschiedene Stimmungen und Eindrücke darstellen. Photoshop bietet für diese Art der Bildbearbeitung mehr als nur eine Methode an. In diesem Tutorial wird das Photoshop-Tool Kanalberechnungen verwendet, welches es Ihnen erlaubt, verschiedene Farbkanäle zu kombinieren.

Nahaufnahme einer Sonnenblume in Schwarzweiß, die ihre detaillierten Muster zeigt. Die Blütenblätter wirken weich und leicht gebogen, während die Mitte komplizierte Spiralen aufweist. Der Hintergrund ist unscharf und hebt die Blüte hervor.

Graustufen sind nicht immer die beste Lösung

Um mit möglichst wenigen Klicks zu einem Schwarz-Weiß-Effekt zu gelangen, kann das Bild in Photoshop geöffnet werden und dann über den Menüpunkt Bild > Modus > Graustufen umgewandelt werden. Das Ergebnis scheint in den meisten Fällen dann auch auf den ersten Blick ganz überzeugend zu sein, allerdings wird bei genauerer Betrachtung klar, dass bei dieser Methode wichtige Bildinformationen verloren gehen. Das kann beispielsweise an Bildstellen passieren, bei denen sich der Helligkeitswert an zwei verschiedenen Bildstellen nicht nennenswert unterscheidet. Diese Stellen wirken durch die Graustufen-Methode meist viel zu hell und undifferenziert.

Um also detaillierte Bildinformationen auch in schwarz-weiß zur Geltung zu bringen und herauszuarbeiten, bietet es sich an, verschiedene Farbkanäle miteinander zu kombinieren.

So werden auch an Bildstellen mit geringen Unterschieden saubere Kontraste sichtbar. Daher wird in diesem Tutorial die Kanalberechnung gewählt, um in Photoshop einen intensiven Schwarz-Weiß-Effekt zu erzeugen.

Nahaufnahme einer leuchtenden Sonnenblume mit leuchtend gelben Blütenblättern, die ein strukturiertes braun-orangefarbenes Zentrum umgeben. Der Hintergrund ist leicht unscharf, wodurch die Details der Sonnenblume hervorgehoben werden.
Bild im Original
Schwarz-Weiß-Bild einer Sonnenblume in Nahaufnahme. Die Blütenblätter strahlen nach außen und umgeben die detailreichen, spiralförmigen Samen in der Mitte. Der Hintergrund ist unscharf und lenkt den Blick auf die komplexen Muster der Blüte.
Schwarz-Weiß-Effekt mit Graustufen erzeugt
Nahaufnahme einer Sonnenblume in Schwarzweiß, die ihre komplexen Details hervorhebt. Die Blütenblätter strahlen nach außen und umgeben die strukturierten Samen in der Mitte. Die Beleuchtung betont den Kontrast und die Muster in der Blüte.
Schwarz-Weiß-Effekt mit Kanalberechnung erzeugt

 

 

 

 

 

Photoshop-Farbkanäle verstehen

Um das Kanalberechnungstool später besser zu verstehen und anwenden zu können, sollten Sie sich zunächst mit den Farbkanälen von Photoshop vertraut machen. Wechseln Sie dazu in das Farbkanal-Bedienfeld, das sich standardmäßig direkt neben den Ebenen befindet. Je nachdem in welchem Farbraum sich Ihr Bild befindet, sehen Sie hier die einzelnen Farbkanäle. Bei einem RGB-Bild sind das die Kanäle Rot, Grün und Blau. Bei einem CMYK-Bild Cyan, Magenta, Yellow (Gelb) und Key (Schwarz). Die einzelnen Farbkanäle können Sie jederzeit einzeln durchklicken.

Nahaufnahme einer Sonnenblume in Schwarzweiß. Die detaillierten Texturen der zentralen Scheibe und der Blütenblätter sind zu sehen. Das Bild ist Teil einer Bearbeitungssoftwareoberfläche mit sichtbaren Ebenen auf der rechten Seite.

Wenn Sie das tun, dann sehen Sie, dass durch einen Klick auf den jeweiligen Farbkanal schon ein Schwarz-Weiß-Bild entsteht. Dabei handelt es sich aber lediglich, um die sogenannten Farbanteile innerhalb Ihres Bildes. Wenn Sie beispielsweise den roten Farbkanal anklicken, dann werden alle roten Farbanteile, die sich im Bild befinden, schwarz dargestellt. Genau das Gleiche gilt auch für die Farbkanäle Grün und Blau, sofern es sich um ein RGB-Bild handelt. Wenn alle drei Kanäle jetzt übereinandergelegt und die Farben vermischt werden, entsteht so das fertige Farb-Bild. Genau diese Art der Überlagerung kann jetzt mithilfe der Kanalberechnungen genutzt werden, um zum gewünschten Schwarz-Weiß-Bild zu gelangen.

Video-Tutorial

 

Text-Tutorial: Schwarz-Weiß-Effekt in Photoshop erzeugen

Schritt 1: Kanalberechnungen auswählen

Ein Computerbildschirm zeigt ein Bildbearbeitungsprogramm in deutscher Sprache. Im Fokus steht eine leuchtend gelbe Sonnenblume, die rechts teilweise sichtbar ist. Die Menüoptionen sind geöffnet und zeigen Funktionen wie „Bildanpassungen“ und „Bildfreistellen“.

Wie schon erwähnt, können Sie ein Schwarz-Weiß-Bild sowohl aus einem RGB- als auch aus einem CMYK-Farbraum in Schwarz-Weiß umwandeln. In diesem Beispiel soll ein Bild einer Sonnenblume so umgewandelt werden, dass ein möglichst hoher Kontrast bestehen bleibt. Wenn Sie Ihr Bild in Photoshop geöffnet haben, gelangen Sie über den Menüpunkt Bild direkt zu den Kanalberechnungen.

Im jetzt geöffneten Dialogfenster sehen Sie insgesamt zwei Quellen, in denen jeweils gewünschte Farbkanäle ausgewählt werden können, sowie einen Mischmodus, der die klassischen Füllmethoden enthält. Sobald Sie das Kanalberechnungs-Tool ausgewählt haben, wird Ihr Bild direkt in Schwarz-Weiß angezeigt da hier – je nach Voreinstellung – zwei Farbkanäle kombiniert werden. In diesem Beispiel ist das in „Quelle 1“ der blaue und in „Quelle 2“ der rote Farbkanal. Der Mischmodus ist standardmäßig auf Multiplizieren voreinstellt.

Schritt 2: Farbkanäle kombinieren

Eine Schwarzweiß-Nahaufnahme einer Sonnenblume mit einem Computerdialogfeld im Vordergrund. Das Dialogfeld einer Bearbeitungssoftware zeigt Einstellungen für die Kanalmischung mit Optionen für Rot- und Grünkanäle, Mischmodus, Deckkraft und mehr.

Sie können jetzt damit beginnen, die einzelnen Farbkanäle miteinander zu kombinieren. Klicken Sie dazu auf das Drop-Down-Menü Kanal und wählen Sie unter „Quelle 1“ und „Quelle 2“ einen verfügbaren Farbkanal aus. Alternativ wird hier zusätzlich noch ein voreingestelltes Graustufen-Bild vorgeschlagen, mit dem Sie ebenfalls Überlagerungen vornehmen können. Probieren Sie einfach alle Kanäle einmal durch, bis Sie das beste Ergebnis erhalten. In diesem Beispiel liefern der rote und der grüne Farbkanal den besten Kontrast und damit das beste Schwarz-Weiß-Ergebnis.

Schritt 3: Mischmodus auswählen

Nahaufnahme eines Computerbildschirms mit der Benutzeroberfläche einer Bildbearbeitungssoftware. Ein Dropdown-Menü mit der Überschrift „Modus“ ist geöffnet und zeigt verschiedene Füllmodusoptionen. Der Hintergrund ist ein Schwarzweißbild einer Sonnenblume.

Der Kontrast ist soweit schon sehr gut zu sehen, allerdings ist der Übergang zwischen Schwarz und Weiß etwas zu stark und wirkt kantig. Für diesen Fall haben Sie jetzt die Möglichkeit, verschiedene Mischmodi beziehungsweise Füllmethoden durchzutesten. Suchen Sie sich hier einfach den Mischmodus heraus, der das optisch beste Ergebnis liefert. In diesem Beispiel ist das der Mischmodus Weiches Licht mit einer Deckkraft von 80 %.

Schritt 4: Ergebnis ausgeben lassen

Im Hintergrund ist eine Nahaufnahme einer Sonnenblume in Graustufen zu sehen. Im Vordergrund ist auf einem Computerbildschirm eine Bildbearbeitungssoftware mit deutschem Text und Optionen zum Anpassen von Farbkanälen, Ebeneneinstellungen und Ausgabeauswahlen zu sehen.

Wenn Sie mit Ihrem Ergebnis zufrieden sind, kann als nächstes das Bild unter dem Drop-Down-Menü Ergebnis entweder als Neuer Kanal, Auswahl oder als neues Dokument ausgegeben werden. Es empfiehlt sich hier ein neues Dokument auszuwählen, da dann das Bild direkt weiterverarbeitet werden kann. Wenn das Kanalberechnungs-Tool Ihr neues Dokument erzeugt hat, erhalten Sie ein sogenanntes „Mehrkanal-Bild“.

Schritt 5: Mehrkanal-Bild umwandeln

Die Benutzeroberfläche einer Graustufen-Bildbearbeitungssoftware zeigt rechts eine Nahaufnahme von Blütenblättern. Das Softwaremenü ist geöffnet und in den Optionen ist „Mittelwert“ markiert. Oben und seitlich sind verschiedene Werkzeuge und Optionen sichtbar.

Für eine optimale Weiterverarbeitung kann das Bild jetzt wieder in den RGB-, oder wenn gewünscht, auch in den CMYK-Modus umgewandelt werden. Da sich im Mehrkanal-Bild lediglich zwei Kanäle befinden, ist unter dem Menüpunkt Bild > Modus allerdings nicht direkt RGB oder CMYK auswählbar. Wandeln Sie zunächst das Bild in den Farbmodus Graustufen um. Wenn Sie jetzt erneut auf Bild > Modus klicken, dann sind auch wieder die Farbräume RGB und CMYK auswählbar.

Rechts ein Graustufenbild eines Sonnenblumenblattes. Die Photoshop-Oberfläche ist geöffnet und zeigt ein Menü mit Optionen auf Deutsch an. „Bildmodus“ ist hervorgehoben und verschiedene Farbmodi sind aufgelistet.

Danach können Sie das Bild speichern oder weiterbearbeiten.

 

Credits:
Tutorials (Text und Video) sowie Gestaltung von Mediengestalter Christoph Ullrich.