{"id":7709,"date":"2017-07-12T09:39:20","date_gmt":"2017-07-12T07:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/?p=7709"},"modified":"2025-04-29T09:10:05","modified_gmt":"2025-04-29T07:10:05","slug":"die-geschichte-des-plakats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/die-geschichte-des-plakats\/","title":{"rendered":"Die Geschichte des Plakats"},"content":{"rendered":"<p>Plakate sollen auffallen \u2013 das gilt heute wie damals. Sie dienen der Werbung, vermitteln Informationen und tun \u00f6ffentlich Meinungen kund. Was ist dabei heute wichtig?<\/p>\n<p>\u00dcber die Zeit hinweg, hat sich die Nutzung des Mediums ebenso ver\u00e4ndert wie die Art und Weise, wie die Inhalte auf dem Plakat pr\u00e4sentiert werden. In diesem Beitrag geben wir einen Einblick in die Entwicklung und die Geschichte des Plakats.<!--more--><\/p>\n<h2>Die fr\u00fcheste Geschichte des Plakats<\/h2>\n<p>Schon in der vorchristlichen Zeit sind Vorl\u00e4ufer des Plakats zu finden. Zum Beispiel wurden im antiken Rom beh\u00f6rdliche Bekanntmachungen und Gesetzestexte auf wei\u00dfen Holztafeln auf gr\u00f6\u00dferen Pl\u00e4tzen angebracht und so der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Obwohl es demnach schon in vielen fr\u00fchen Epochen plakat\u00e4hnliche Anschl\u00e4ge gab, gilt die Erfindung des modernen Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts in Europa als eigentliche Geburtsstunde des Plakats. Im 16. und 17. Jahrhundert verwendeten H\u00e4ndler, Schausteller und Gaukler vereinzelt aus Text und Bildern bestehende Plakate, um auf ihr Warenangebot bzw. ihre Vorstellungen aufmerksam zu machen. Mit der stetigen Weiterentwicklung der Druckverfahren gelang es, Plakate in immer gr\u00f6\u00dferer Auflage herzustellen und zu verbreiten.<\/p>\n<h2>Plakate w\u00e4hrend der Franz\u00f6sischen Revolution (1789-1850)<\/h2>\n<p>Libert\u00e9, \u00e9galit\u00e9, fraternit\u00e9 &#8211; Freiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit \u2013 bis heute ist die Parole unzertrennbar mit der 1789 beginnenden Franz\u00f6sischen Revolution verbunden, welche in ganz Europa weitere Revolutionen sowie neue politische und soziale Ideen nach sich zog. W\u00e4hrend dieser Zeit bekam das Plakat deshalb vor allem in Frankreich eine zunehmend wichtige Rolle und stellt den ersten Meilenstein in der Geschichte des Plakats dar.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7710\" aria-describedby=\"caption-attachment-7710\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Franzoesische-Revolution.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7710 size-large\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Franzoesische-Revolution-680x870.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Franz\u00f6sische-Revolution\" width=\"680\" height=\"870\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7710\" class=\"wp-caption-text\">Plakat aus der Franz\u00f6sischen Revolution, 1793<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8222;Freiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit oder Tod&#8220; \u2013 Mit wagemutigen Plakaten wurde w\u00e4hrend der Franz\u00f6sischen Revolution deutlich und unverbl\u00fcmt kommuniziert. Die Plakate hatten den Zweck zu dirigieren, zu fordern, zur Teilnahme einzuladen, Gegner und Verd\u00e4chtige zu denunzieren und das Volk aufzustacheln.<\/p>\n<p>Nach dem Ende der Revolution 1799 beherrschte das Streben nach Geld, Profit und Umsatz das Leben der Menschen. Dabei war das Verkaufen ein wesentlicher Bestandteil und, um zu verkaufen, kamen immer h\u00e4ufiger kommerzielle Plakate und Anzeigen zum Einsatz. Als Stilmittel wurden Symbole verwendet, die auf den Betrachter gleichzeitig \u00fcberzeugend und beruhigend wirken sollten. Die abgebildeten Waren sollten von den Rezipienten mit positiven Ereignissen und Eigenschaften in Verbindung gebracht werden und so bei den potentiellen K\u00e4ufern einen Kaufwunsch ausl\u00f6sen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7751\" aria-describedby=\"caption-attachment-7751\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Bierwerbung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7751 size-large\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Bierwerbung-680x874.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Bierwerbung\" width=\"680\" height=\"874\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7751\" class=\"wp-caption-text\">Bierwerbung, ca. 1810-1815<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf dem Plakat wird ein gutes und besonders starkes Bier beworben. Das Plakat zeigt, wie dieses Bier von den Soldaten der kaiserlichen Garde gekauft wird. Die Helme, Waffen und glitzernden Uniformen der Soldaten dr\u00fccken Ruhm und milit\u00e4rische St\u00e4rke aus, der es nachzueifern galt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich im B\u00fcrgertum privilegierte Klassen etablierten, fristeten dennoch Millionen Menschen eine k\u00fcmmerliche Existenz in Not und Hunger. Sogenannte Sandwichmen, einfache M\u00e4nner, die als Plakattr\u00e4ger angeheuert und mehr als Ware und bewegliche W\u00e4nde betrachtet wurden, trugen und pr\u00e4sentierten auf ihrer Brust und ihrem R\u00fccken Plakate. Ihre absichtlich l\u00e4cherlich aussehenden Kittel, H\u00fcte oder M\u00fctzen sollten Spazierg\u00e4nger zus\u00e4tzlich auf die Plakate die sie trugen aufmerksam machen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7752\" aria-describedby=\"caption-attachment-7752\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Plakattr\u00e4ger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7752 size-large\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Plakattr\u00e4ger-680x996.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Plakattr\u00e4ger\" width=\"680\" height=\"996\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7752\" class=\"wp-caption-text\">Plakattr\u00e4ger in Frankreich<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Deutschland war die Geschichte des Plakats zu dieser Zeit weniger umfassend, da die politische Plakatierung nach 1848 von der Obrigkeit erheblich eingeschr\u00e4nkt und teilweise ganz untersagt wurde. Lediglich Werbeplakate waren erlaubt. 1854 erhielt Ernst Litfa\u00df durch einen Vertrag mit dem Berliner Polizeipr\u00e4sidenten das Recht, \u00f6ffentlich Plakate anzubringen und errichtete im Jahr darauf seine erste Werbes\u00e4ule.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7711\" aria-describedby=\"caption-attachment-7711\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Ernst-Litfa\u00df.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7711\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Ernst-Litfa\u00df-191x300.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Ernst-Litfa\u00df\" width=\"680\" height=\"1071\" srcset=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Ernst-Litfa\u00df-191x300.jpg 191w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Ernst-Litfa\u00df-267x420.jpg 267w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Ernst-Litfa\u00df.jpg 381w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7711\" class=\"wp-caption-text\">Ernst Litfa\u00df, 1860<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>K\u00fcnstlerplakate und die gro\u00dfe Plakatbewegung (1850-1900)<\/h2>\n<p>Mit der Erfindung der Lithographie 1798 durch Alois Senefelder er\u00f6ffneten sich v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten zur Massenreproduktion von Plakaten.<\/p>\n<div class=\"custom-background custom-background-donts\">\n<p>Bei dem Flachdruckverfahren wird das Motiv seitenverkehrt mit Fettkreide oder Fetttusche auf eine Steinplatte gezeichnet. Der Stein wird dann mit Wasser angefeuchtet und mit fetthaltiger Farbe eingewalzt. Die Farbe bleibt, da sich Fett und Wasser gegenseitig absto\u00dfen, nur an den bezeichneten, fetthaltigen Stellen haften. Bedeckt man die Steinplatte nun mit einem speziell beschichteten Papier oder Karton und wendet eine hohe Presskraft an, wird die Zeichnung auf das Papier \u00fcbertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Plakatgestaltung und -herstellung bis Mitte des 19. Jahrhunderts fest in der Hand der Drucker und Lithographen lag, waren diese mit den immer h\u00f6heren Anforderungen an die Qualit\u00e4t der Plakate zunehmend \u00fcberfordert. Immer mehr K\u00fcnstler begannen sich \u2013 zuerst in England und dann vor allem in Frankreich \u2013 der Plakatgestaltung anzunehmen. Als Pionier der Plakatkunst gilt Jules Ch\u00e9ret (1836-1932), der sowohl gelernter Lithograph als auch K\u00fcnstler war.<\/p>\n<p>1858 erhielt er seinen ersten prominenten Plakatauftrag: die Ank\u00fcndigung der bekannten Oper &#8222;Orpheus in der Unterwelt&#8220;.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7714\" aria-describedby=\"caption-attachment-7714\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7714\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret-212x300.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Jules-Cheret\" width=\"680\" height=\"962\" srcset=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret-212x300.jpg 212w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret-297x420.jpg 297w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret.jpg 318w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7714\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Orpheus in der Unterwelt&#8220;, Jules Ch\u00e9ret, 1858<\/figcaption><\/figure>\n<p>1866 er\u00f6ffnete Ch\u00e9ret seine eigene Lithographie-Anstalt. Er lie\u00df eine spezielle Druckpresse von England nach Frankreich importieren, mit der es m\u00f6glich war auch gro\u00dfformatige Plakate bis 193 x 144 cm zu drucken. Zudem brachte er die Geschichte des Plakats ein entscheidendes St\u00fcck weiter, in dem er das bisherige Druckverfahren vereinfachte: W\u00e4hrend bisher bis zu 25 Steine n\u00f6tig waren, um Farblithographien zu drucken, reduzierte er die Anzahl auf zun\u00e4chst f\u00fcnf und sp\u00e4ter drei Steine \u2013 meist einen f\u00fcr Schwarz, einen f\u00fcr Rot und einen dritten mit zwei Farben f\u00fcr den Druck eines abgestuften Hintergrunds. Zus\u00e4tzlich zeichnete Ch\u00e9ret die Plakate direkt auf den Lithographiestein. Indem er Text und Bild auf eine ganz neue Weise verband, schuf er zudem einen neuen Plakatstil. W\u00e4hrend bisher Bilder die Plakate beherrschten, hatte bei Ch\u00e9ret die Text-Botschaft eine gleichrangige Bedeutung wie die Illustration. Beide waren in seiner Gestaltung unl\u00f6slich miteinander verbunden, denn immer mehr machte Ch\u00e9ret die Worte selbst zur Illustration.<\/p>\n<p>Im Verlauf von rund 40 Jahren schuf der von der Bev\u00f6lkerung als &#8222;Sch\u00f6pfer einer Galerie der Stra\u00dfe&#8220; genannte K\u00fcnstler ann\u00e4hernd 1.200 Plakate f\u00fcr viele verschiedene Auftraggeber. Neben den geschickt integrierten Texten war fast immer eine junge, attraktive, f\u00fcr die damaligen Verh\u00e4ltnisse eher leicht bekleidete Frau zentrales Thema seiner Plakate. Dies fand bei dem franz\u00f6sischen Publikum gro\u00dfen Anklang.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7721\" aria-describedby=\"caption-attachment-7721\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret_2-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7721\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret_2-1-208x300.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Jules-Cheret\" width=\"680\" height=\"980\" srcset=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret_2-1-208x300.jpg 208w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret_2-1-291x420.jpg 291w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jules-Cheret_2-1.jpg 550w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7721\" class=\"wp-caption-text\">Jardin de Paris, Jules Ch\u00e9ret, 1897<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das nun relativ einfache Druckverfahren erlaubte es auch anderen K\u00fcnstlern ohne gr\u00f6\u00dfere Vorkenntnisse Plakate zu schaffen. Deren k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t war noch weitaus h\u00f6her, als die des Pioniers Ch\u00e9ret. Zu den bekanntesten K\u00fcnstlern z\u00e4hlten allen voran Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901), Th\u00e9ophile-Alexandre Steinlen (1859-1923) und Eug\u00e8ne Grasset (1845-1917).<\/p>\n<figure id=\"attachment_7718\" aria-describedby=\"caption-attachment-7718\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschtte-des-Plakats_Henri_de_Toulouse-Lautrec.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7718\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschtte-des-Plakats_Henri_de_Toulouse-Lautrec-680x999.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Henri-de-Toulouse-Lautrec\" width=\"680\" height=\"999\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7718\" class=\"wp-caption-text\">Henri de Toulouse-Lautrec, 1892<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch Lautrec verwendete nur wenige Farbsteine in Gelb, Rot und Blau. Seine Plakate auf gro\u00dfformatigen Bl\u00e4ttern kamen durch die starken Kontraste auch von der Ferne gut zur Geltung und wirkten anziehend. H\u00e4ufig fing Lautrec das fr\u00f6hliche, hektische und ausschweifende Leben rund um den Montmartre ein \u2013 dem Zentrum des Pariser Nachtlebens.<\/p>\n<p>Lautrecs Freund und Kollege Th\u00e9ophile-Alexandre Steinlen widmete sich als Gegner sozialer Ungerechtigkeit in seinen Motiven vor allem den verarmten Randgruppen der Gesellschaft, an welchen es am Montmartre ebenfalls nicht mangelte. Seine Werke schildern das Leben der kleinen Leute, das Elend der Bettler, zeigten ersch\u00f6pfte Arbeiter, abgerissene Stra\u00dfenkinder und Prostituierte. Au\u00dferdem war Steinlen ein unerm\u00fcdlicher Katzenmaler und portr\u00e4tierte diese immer wieder in den verschiedensten Varianten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7719\" aria-describedby=\"caption-attachment-7719\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Th\u00e9ophile-Alexandre-Steinlen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7719 size-large\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Th\u00e9ophile-Alexandre-Steinlen-680x957.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Th\u00e9ophile-Alexandre-Steinlen\" width=\"680\" height=\"957\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7719\" class=\"wp-caption-text\">Plakat f\u00fcr Kaberett am Montmartre Th\u00e9ophile-Alexandre Steinlen, 1896<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Die Jugendstil-Plakate (1890-1913)<\/h2>\n<p>Deutsche Plakate zeigten um die Jahrhundertwende h\u00e4ufig dekorative Motive des Jugendstils. Dennoch galt erneut Frankreich als fr\u00fches Zentrum der Entwicklung. Als H\u00f6hepunkt werden die Arbeiten des K\u00fcnstlers Alfons Mucha (1860-1939) angesehen. Sein bekanntestes Werk, ein Veranstaltungsplakat f\u00fcr das Theaterst\u00fcck &#8222;Gismonda&#8220;, das die damals bekannteste westliche Schauspielerin Sarah Bernhardt bei ihm in Auftrag gab, machte ihn zu einem der begehrtesten Plakatk\u00fcnstlern des Jugendstils. Alle \u00f6ffentlich aufgeh\u00e4ngten Exemplare des Plakats wurden innerhalb von kurzer Zeit von Kunstfreunden gestohlen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7724\" aria-describedby=\"caption-attachment-7724\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Alfons-Mucha.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7724\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Alfons-Mucha-680x1812.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Alfons-Mucha\" width=\"680\" height=\"1812\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7724\" class=\"wp-caption-text\">La Dame aux cam\u00e9lias, Alfons Mucha, 1896<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit der Industrialisierung, die sich in den f\u00fchrenden Wirtschaftsnationen durchgesetzt hatte, entstanden neue Formen der Kultur, Unterhaltung und des Konsums. In den 1890er Jahren wurden die Plakate nach den Kriterien der freien Kunst bewertet. Viele Kunsth\u00e4ndler spezialisierten sich auf Plakate, zahlreiche \u00f6ffentliche und private Plakatsammlungen entstanden und man setzte sich erstmals mit der Geschichte des Plakats auseinander.<\/p>\n<p>Der Phase der K\u00fcnstlerplakate folgte die massenhafte kommerzielle Werbung f\u00fcr die neu entstandenen Markenartikel aus den unterschiedlichsten Bereichen. 1913 lag Deutschland beim Anteil der Weltindustrieproduktion auf dem zweiten Platz hinter den USA und im Welthandel ebenfalls an zweiter Stelle hinter Gro\u00dfbritannien. Dies bedeutete auch f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung bessere Lebensverh\u00e4ltnisse und eine gr\u00f6\u00dfere Konsumbereitschaft.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7760\" aria-describedby=\"caption-attachment-7760\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_AEG.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7760\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_AEG-680x885.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-AEG-Werbung\" width=\"680\" height=\"885\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7760\" class=\"wp-caption-text\">Elektrische Gl\u00fchbirnen von AEG, Peter Behrens, 1910<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die \u00fcppigen Ornamente des Jugendstils wurden zur\u00fcckgelassen. Stattdessen z\u00e4hlte die Funktionalit\u00e4t der Plakate. Einfache Strukturen traten in den Vordergrund. Davon wurde auch der &#8222;Deutsche Plakatstil&#8220; beeinflusst, welcher in Deutschland und der Schweiz auch als &#8222;Sachplakat&#8220;-Stil bekannt wurde. Typisch war die Reduzierung des Plakatmotivs auf die zwei wichtigsten Elemente: das Produkt und den Markennamen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7726\" aria-describedby=\"caption-attachment-7726\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Salamander.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7726\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Salamander-680x505.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Salamander\" width=\"680\" height=\"505\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7726\" class=\"wp-caption-text\">Salamander-Plakat, Ernst Deutsch, 1912<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Plakate im ersten Weltkrieg (1914-1918)<\/h2>\n<p>Mit dem Beginn des ersten Weltkriegs wurde das Medium Plakat vor allem von den Alliierten stark zum Zwecke der politischen Propaganda herangezogen. Zahlreiche Plakate wurden aufgeh\u00e4ngt, um Soldaten zu rekrutieren, die R\u00fcstungsproduktion voranzutreiben und das Feindbild detailliert darzustellen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7761\" aria-describedby=\"caption-attachment-7761\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Irisches-Rekrutierungsplakat-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7761\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Irisches-Rekrutierungsplakat--680x946.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakat-Irisches-Rekrutierungsplakat\" width=\"680\" height=\"946\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7761\" class=\"wp-caption-text\">Anonymes Rekrutierungsplakat aus Irland, 1914<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Deutschland war die politische Propaganda bis 1914 nicht gestattet gewesen. Nun fand diese jedoch ihren Weg \u00fcber das Plakat in die \u00d6ffentlichkeit und wurde auch in Deutschland zur Normalit\u00e4t.<\/p>\n<h2>Die Hochzeit des Plakats in den 20er und 30er Jahren (1919-1933)<\/h2>\n<p>Nachdem die Plakatproduktion \u2013 au\u00dfer zu Propagandazwecken \u2013 im ersten Weltkrieg in Deutschland fast zum Erliegen kam, begann sie w\u00e4hrend der Zeit der Weimarer Republik wieder aufzubl\u00fchen. Der Beruf des Plakatgestalters erhielt festere Strukturen: Berufsverb\u00e4nde entstanden, Fachzeitschriften wurden ins Leben gerufen und 1922 legte das Deutsche Institut f\u00fcr Normung einheitliche Papierformate nach DIN 476 fest.<\/p>\n<p>Die Werbung der Zeit wurde stark von den Kunst-Str\u00f6mungen des Kubismus, Futurismus, Dadaismus und Expressionismus beeinflusst. So lehnten die Anh\u00e4nger des Dadaismus (oder Dada), welcher in Z\u00fcrich begr\u00fcndet wurde, b\u00fcrgerliche Ideale und die &#8222;konventionelle&#8220; Kunst ab und parodierten diese in ihren Plakatentw\u00fcrfen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7727\" aria-describedby=\"caption-attachment-7727\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Marcel_S\u0142odki.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7727\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Marcel_S\u0142odki-680x1094.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Marcel-S\u0142odki\" width=\"680\" height=\"1094\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7727\" class=\"wp-caption-text\">K\u00fcnstlerkneipe Voltaire, Marcel S\u0142odki, 1916<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die K\u00fcnstlervereinigungen De Stijl (1917 in den Niederlanden gegr\u00fcndet) und Bauhaus (1919 in Weimar gegr\u00fcndet) sind ebenfalls wichtig f\u00fcr die Geschichte des Plakats. Sie suchten fast zeitgleich nach einer \u00c4sthetik, deren Grunds\u00e4tze auf alle Gestaltungsbereiche anwendbar war. Sie traten f\u00fcr geometrisch-abstrakte, reduzierte Darstellungsformen ein und einen auf Funktionalit\u00e4t beschr\u00e4nkten Purismus. Als einflussreichste Plakatgestalter am Bauhaus gelten Herbert Bayer (1900-1985) und Joost Schmidt (1993-1948).<\/p>\n<figure id=\"attachment_7728\" aria-describedby=\"caption-attachment-7728\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Joost-Schmidt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7728\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Joost-Schmidt-680x972.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Joost-Schmidt\" width=\"680\" height=\"972\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7728\" class=\"wp-caption-text\">Bauhaus-Ausstellung in Weimar, Joost Schmidt, 1923<\/figcaption><\/figure>\n<p>Parallel zum Bauhaus-Design entstand die Formsprache des Art D\u00e9cos. Diese erfasste ebenfalls viele Lebensbereiche, wie die Architektur und auch die Plakatgestaltung. Formen wurden genau wie bei den anderen, zeitgleich stattfinden Kunststilen vereinfacht \u2013 jedoch weniger rigoros, wie es beim Bauhaus der Fall war. Beeinflusst wurde der Art-D\u00e9co-Stil von der Kunst Persiens, \u00c4gyptens und Zentralafrikas. Es entstand eine &#8222;gef\u00e4llige Eleganz&#8220;. Das Zentrum des Art D\u00e9cos und Impulsgeber war die franz\u00f6sische Hauptstadt Paris. In den sogenannten &#8222;Roaring Twenties&#8220; schufen sich die Menschen Illusionen einer besseren Zukunft, um \u00fcber die physische Ersch\u00f6pfung, die der Krieg zur\u00fcckgelassen hatte hinwegkommen und sp\u00e4ter die 1929 einsetzende Wirtschaftskriese ausblenden zu k\u00f6nnen. Tanzen geh\u00f6rte zu den beliebtesten Vergn\u00fcgungen in den Jahren zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg. Tango und Foxtrott waren schon seit einigen Jahren der letzte Schrei. Nun gesellte sich noch der Charleston hinzu. Der amerikanische Einfluss auf die europ\u00e4ische Bev\u00f6lkerung wuchs und es wurde immer deutlicher, dass die Werbung das Verhalten der Leute ver\u00e4nderte, indem sie ihnen neue Ma\u00dfst\u00e4be und Vorbilder zeigte. Plakate waren das Medium schlechthin, um neue Trends zu verbreiten \u2013 und immer im Mittelpunkt standen attraktive menschliche Vorbilder, die zum Nachahmen animierten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7730\" aria-describedby=\"caption-attachment-7730\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jupp-Wiertz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7730\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jupp-Wiertz-211x300.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Jupp-Wiertz\" width=\"680\" height=\"966\" srcset=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jupp-Wiertz-211x300.jpg 211w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jupp-Wiertz-296x420.jpg 296w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Jupp-Wiertz.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7730\" class=\"wp-caption-text\">Parfumwerbung f\u00fcr F. Wolff &amp; Sohn, Jupp Wiertz, 1926\/1927<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933-1945)<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend des zweiten Weltkriegs wurde das Plakat wieder vornehmlich zum Zwecke der politischen Propaganda eingesetzt. Das &#8222;Reichsministerium f\u00fcr Propaganda&#8220; schrieb dem Plakat in Deutschland eine besondere Bedeutung zur Beeinflussung der Bev\u00f6lkerung zu. Entsprechend angefertigte Studien dienten der Untermauerung dieser Theorie. Mit dem Kriegsausbruch 1939 brutalisierte sich auch das Erscheinungsbild des Plakats. Gegen Ende des Kriegs forderte spezielle &#8222;Durchhaltepropaganda&#8220; zum weitermachen und ausharren auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7753\" aria-describedby=\"caption-attachment-7753\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_britische-Propaganda.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7753\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_britische-Propaganda-680x994.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-britische-Propaganda\" width=\"680\" height=\"994\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7753\" class=\"wp-caption-text\">Britisches Propagandaplakat mit dem Titel &#8222;Back Them Up&#8220;, 1942<\/figcaption><\/figure>\n<p>Viele Plakatgestalter und Sammler wurden in der NS-Zeit Opfer von Verfolgung oder bekamen ihre Lebenswerke entrissen. So auch einer der bedeutendsten und wichtigsten privaten Plakatsammler Hans Sachs.<\/p>\n<h2>Das Ende des zweiten Weltkriegs und das Wirtschaftswunder\u00a0<strong>(1945-1960)<\/strong><\/h2>\n<p>Im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg kn\u00fcpfte die politische Plakatwerbung vorerst wieder an die Weimarer Zeit an \u2013 jedoch etwas weniger aggressiv. Die Teilung Deutschlands und Europas und die gegens\u00e4tzliche Entwicklung in den Ost- und Westl\u00e4ndern machte sich auch auf den Plakaten bemerkbar. W\u00e4hrend es anf\u00e4nglich keine Beschr\u00e4nkungen gab, wurde im Osten die Plakatgestaltung immer mehr von der diktierten Kunst des sozialistischen Realismus beeintr\u00e4chtigt. Plakate sollten eher in zur\u00fcckhaltenden Farben gestaltet werden, &#8222;blattf\u00fcllende zeichenhafte Bilderfindungen&#8220; aufweisen und Texte in klarer Sprache enthalten. Ab 1970 wurde aufgrund der Unterversorgung die Werbung f\u00fcr Waren komplett eingestellt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7733\" aria-describedby=\"caption-attachment-7733\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_LPG-Plakat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7733\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_LPG-Plakat-211x300.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-LPG\" width=\"680\" height=\"968\" srcset=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_LPG-Plakat-211x300.jpg 211w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_LPG-Plakat-295x420.jpg 295w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_LPG-Plakat.jpg 363w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7733\" class=\"wp-caption-text\">LPG-Plakat, DDR, 1958<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Westen kn\u00fcpfte die Plakatvielfalt an die 20er Jahre an. Vor allem durch das Wirtschaftswunder ab den 50er Jahren erlebten die Werbeplakate ein Revival. Rock\u2019n\u2019Roll, PEZ-Automaten, Nierentische, R\u00f6hrenjeans, Petticoats, Elvis-Tollen und James Dean stehen noch heute f\u00fcr die gro\u00dfe Lebensfreude der Jugend- und Alltagskultur in den 50er Jahren. Plakate priesen Waren zum Kauf an, warben f\u00fcr Clubs und Reiseziele. Da die G\u00fcter nun auch f\u00fcr die Arbeiterschicht erschwinglich wurden, ver\u00e4nderte sich die Aufmachung der Werbeplakate. Ziel war es, die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Zielgruppe zu erreichen. Die Plakate wurden vereinfacht und stilisiert \u2013 die Produkte sollten f\u00fcr sich selbst sprechen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7735\" aria-describedby=\"caption-attachment-7735\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Paul-Aigner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7735\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Paul-Aigner-680x621.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Paul-Aigner\" width=\"680\" height=\"621\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7735\" class=\"wp-caption-text\">Pitralon-Plakat, Paul Aigner, 1959<\/figcaption><\/figure>\n<p>Durch die Verbreitung der Massenmedien Funk, Presse und schlie\u00dflich Fernsehen nahm die Bedeutung der politischen Plakate immer mehr ab und der gesamte Werbemarkt geriet in Bewegung. Viele mutma\u00dften f\u00e4lschlicherweise, dass dies auch das Ende des Plakats bedeuten w\u00fcrde.<\/p>\n<h2>Die Plakatgeschichte in den 60er und 70er Jahren<\/h2>\n<p>In den 60er Jahren begann vor allem die junge Generation die neuen Gewohnheiten der Gesellschaft, den starken Konsum und die damit verbundenen negativen Folgen f\u00fcr die Umwelt abzulehnen. Studenten rebellierten gegen den Krieg, gegen das Establishment, gegen die Industriegesellschaft und gegen die Tatsache, dass Waren und Profit \u00fcber das Wohl der Menschen und der Umwelt gestellt wurden. Die Werbung reflektierte diese wachsenden Unruhen. Es entstanden Plakat, die verschiedene politische und soziale Zwecke unterst\u00fctzten oder auf Probleme aufmerksam machten. Es gab unter anderem Plakate gegen Atomwaffen, den Vietnamkrieg, Umweltverschmutzung und \u00dcberbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7754\" aria-describedby=\"caption-attachment-7754\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_\u00d6lverschmutzung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7754\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_\u00d6lverschmutzung-680x971.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-\u00d6lverschmutzung\" width=\"680\" height=\"971\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7754\" class=\"wp-caption-text\">Plakat einer englischen Tierschutzgesellschaft<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die verkl\u00e4rten Neuigkeiten der Revolution in L\u00e4ndern wie China und Kuba inspirierte die Jugend der 60er. Plakate von Fidel Castro und vor allem Che Guevara waren genauso popul\u00e4r wie die Plakate von beliebten Pops\u00e4ngern. Die jungen Leute identifizierten sich mit dem leidenschaftlichen Helden Che, der sein Leben seiner Sache geopfert hatte. Lange Haare wurden modern und ironischerweise wurden Andenken an den Held der Antikapitalisten wie Plakate, Filme oder B\u00fccher nun massenweise verkauft.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7755\" aria-describedby=\"caption-attachment-7755\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Che-Guevara.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image size-large wp-image-7755\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Che-Guevara-680x1055.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Che-Guevara\" width=\"680\" height=\"1055\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7755\" class=\"wp-caption-text\">Kubanisches Plakat von Che Guevara, 1969<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Werbeplakate passten sich immer mehr an und priesen Produkte an, welche die Einstellung der Jugend ansprach. Psychedelische Plakate griffen dabei auch auf die Gestaltungselemente des Jugendstils zur\u00fcck.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7737\" aria-describedby=\"caption-attachment-7737\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Verpoorten-Werbung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7737\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Verpoorten-Werbung-203x300.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Verpoorten\" width=\"680\" height=\"1003\" srcset=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Verpoorten-Werbung-203x300.jpg 203w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Verpoorten-Werbung-285x420.jpg 285w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Verpoorten-Werbung.jpg 411w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7737\" class=\"wp-caption-text\">Verpoorten-Werbeplakat, 70er Jahre<\/figcaption><\/figure>\n<p>In den 70er Jahren begannen die Plakate auch f\u00fcr den Kunstmarkt interessant zu werden. Von New York und Paris ausgehend, begannen Auktionsh\u00e4user mit Plakaten zu handeln. Die erste reine Plakatauktion fand 1983 in M\u00fcnchen statt.<\/p>\n<h2>Das Plakat von heute<\/h2>\n<p>Eine eindeutige dominierende Richtung der Plakatgestaltung gibt es heute nicht, lediglich immer neue (kurzlebige) Trends. In Deutschland sorgt der Deutsche Werberat als Autorit\u00e4t seit 1972 daf\u00fcr, dass die zahlreichen Gesetze eingehalten und der Verbraucher mit keiner inakzeptablen Werbung in Ber\u00fchrung kommt. Dies gilt vor allem im Hinblick auf irref\u00fchrende, bel\u00e4stigende oder die Jugend gef\u00e4hrdende Werbeaussagen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7739\" aria-describedby=\"caption-attachment-7739\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Cola.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image wp-image-7739\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Cola-216x300.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Cola\" width=\"680\" height=\"943\" srcset=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Cola-216x300.jpg 216w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Cola-303x420.jpg 303w, https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Cola.jpg 564w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7739\" class=\"wp-caption-text\">Coca-Cola-Werbung, 1982<\/figcaption><\/figure>\n<p>Trotz der zunehmenden Digitalisierung haben Plakate heute einen festen Platz in unserem Werbemittelgef\u00fcge und gelten immer noch als eine der wirksamsten Werbeformen. In der Politik dominieren haupts\u00e4chlich reine Kopfplakate, das hei\u00dft der Kopf des entsprechenden Politikers dient als gesamtes Plakatmotiv.<\/p>\n<p>Die Einsatzm\u00f6glichkeiten des Plakats haben sich stark erweitert. Durch Hintergrundbeleuchtung sind Plakate nun auch nachts zu sehen, Litfa\u00dfs\u00e4ulen k\u00f6nnen sich teilweise drehen und riesige Mega-Light-Plakate zeigen abwechselnd gro\u00dfe Plakate \u2013 oftmals in luftiger H\u00f6he.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Mega-Lights.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"td-modal-image aligncenter size-large wp-image-7747\" src=\"https:\/\/de.onlineprinters.ch\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Geschichte-des-Plakats_Mega-Lights-680x251.jpg\" alt=\"Geschichte-des-Plakats-Mega-Lights\" width=\"680\" height=\"251\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Sammeln von Plakaten ist f\u00fcr einige ein beliebtes Hobby oder ein Geld bringender Beruf. Eine der weltweit umfangreichsten Plakatsammlungen ist im <a href=\"http:\/\/www.museum-gestaltung.ch\/de\/ausstellungen\/wanderausstellungen\/im-angebot\/plakatausstellungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Museum f\u00fcr Gestaltung<\/a> in Z\u00fcrich zu finden. Das Archiv enth\u00e4lt \u00fcber 330.00 Objekte aus der schweizerischen und internationalen Geschichte des Plakats.<\/p>\n<div class=\"custom-background-grey\">\n<h3>Bildquellen:<\/h3>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 10pt;\">Max Gallo: Geschichte der Plakate,\u00a0Pawlak, Herrsching<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt;\">Spiegel Online:\u00a0Der Mann mit den 50.000 Denkm\u00e4lern (http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/ernst-litfass-rer-reklamekoenig-mit-den-saeulen-fotostrecke-134407-8.html)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt;\">Bauhaus 100: Joost Schmidt (https:\/\/www.bauhaus100.de\/de\/damals\/koepfe\/meister\/joost-schmidt\/, Bauhaus-Archiv Berlin), \u00a9 VG Bild-Kunst, Bonn 2016<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt;\">Faz.net:\u00a0Aus dem Kramladen der Geschichte (http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/ddr-im-museum-aus-dem-kramladen-der-geschichte-1437326\/plakat-mit-aufforderung-zum-1452425.html), \u00a9 DHM<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt;\">Wienbibliothek:\u00a050er Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek (http:\/\/www.wienbibliothek.at\/veranstaltungen-ausstellungen\/ausstellungen\/50er-plakate-sammlung-wienbibliothek)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt;\">Stroeer: Mega Light Select (http:\/\/www.stroeer.de\/nc\/aussenwerbung\/werbemedien\/produkt\/mega-light-select.html)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plakate sollen auffallen \u2013 das gilt heute wie damals. 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